Die Entwicklung der Marke „BÜRGERBRÄU“...

Über viele Jahrhunderte hinweg wurde Bier in Fässern abgefüllt und offen in Wirtshäusern verkauft. Für den Heimverbrauch holte man sich das Bier im Straßenausschank in Krügen und ähnlichen Gefäßen, die mit einem Korken verschlossen wurden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann die industrielle Fertigung der Bierflasche, die mit dem 1875 patentierten Bügelverschluss auch transportsicher verschlossen werden konnte.

Der bis heute ungebrochene Siegeszug der Bierflasche aus Glas, für die bereits 1911 ein gesetzliches Pfand eingeführt wurde, um den Flaschenverlust zu bekämpfen, nahm fast gleichzeitig seinen Anfang, als Kommerzienrat August Röhm die Brauerei erwarb und sie auf den Namen „BÜRGERBRÄU“ taufte.

Die in diesen Jahren verwendeten Flaschen hatten zunächst kein Bauchetikett. Vielmehr waren die Glasflaschen selbst mit einem reliefartigen Brauerei-Markenzeichen geprägt, so beim BÜRGERBRÄU mit dem Motiv des „Fasslträgers“. Über den Bügelverschluss wurden bedruckte Papier-Banderolen geklebt. Auch Bieruntersetzer aus Pappe, die die echten Bierfilze ablösten und die man im Freien als "Bierdeckel" verwendete, wurden mit brauereitypischen Motiven und dem Schriftzug "BÜRGERBRÄU BAD REICHENHALL" bedruckt.

Die später für glatte Bierflaschen verwendeten Bauchetiketten zeigten außer dem Namensschriftzug der Brauerei noch kein einheitliches Markenbild. Als BÜRGERBRÄU-Biere zunehmend exportiert wurden, größtenteils nach Österreich, verwendete man zur Kennzeichnung Etiketten mit dem Aufdruck „Export“.

Exportbier wurde ein wenig stärker eingebraut, um es für den Transport haltbarer zu machen. Nachdem jedoch der etwas stärkere Geschmack auch in der Heimat zunehmend Liebhaber fand, eroberte das Exportbier auch den einheimischen Markt. In der Zeit des zunehmenden Flaschenbierkonsums und -exports sowie des wachsenden Wettbewerbs wuchs auch das Bedürfnis des BÜRGERBRÄU, den Biertrinker auf die Braustätte des guten Bieres hinzuweisen.

Es entstand so die erste einheitliche Werbelinie mit Etiketten, auf denen das Reichenhaller Stadtwappen eingerahmt von den Buchstaben „B“ und „R“ aufgedruckt war. Als nach dem Tod des Dr. Ernst Röhm im Jahr 1955 Direktor Fröhlich die Leitung der Brauerei übernahm, wurde das rote Wappenschild mit den drei großen Buchstaben „BBR“ geboren und Ende der 60er Jahre durch den nachfolgenden Direktor, Max Spitzer, mit einer Ähren-Girlande abgerundet.

Erst 1978 hielt der bärtige „BÜRGERBRÄUKopf“ seinen Einzug im Markenbild der Brauerei. Die Idee des bärtigen Abbilds wurde von der Bozener Malerin Karin Welponer in Anlehnung an Fotografien bärtiger Brauer- Persönlichkeiten der damaligen Zeit im Auftrag der Brauerei umgesetzt. Ihr „Brauer- Kopf“ prägt bis heute das Markenbild der Alpenbrauerei BÜRGERBRÄU. Im Jahr 2001 wurde schließlich der Heimatbezug der Marke BÜRGERBRÄU durch die Abbildung des einheimischen Bergpanoramas mit Müllnerhorn, Reiter Alpe und Predigtstuhl im Bildhintergrund herausgehoben.