Jakobsweg 2009
“ Zwei Flaschen unterwegs“
in Begleitung von

gelaufen von
Anis Hachem
David A.van Aalstede
Wer kennt es nicht: Eine Reise geht schnell zu Ende.
Drei oder vier Wochen lang, egal es geht vorbei.
Was bleibt einem über von dieser Zeit?
Fotos von Frauen am Strand?
Handynummern von netten Leuten aus USA, die man sowieso dann wieder nicht anruft weil man keine Zeit hat?
Souvenirs die dann wieder in der Ecke stehn und verstauben? Und was hat man sich nicht alles vorgenommen, wenn man wieder zu Hause ist. Weniger Essen, weniger Trinken, mehr an sich selber arbeiten.
Was wir erfahren haben auf unserem Weg des hl. Jakobus wollen wir Euch nun kurz erzählen.
Ersteinmal ein Paar Grundinfos zum Jakobsweg:
Als Jakobsweg (span. Camino de Santiago) wird der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien bezeichnet. Darunter wird in erster Linie der Camino Francés verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab reicht und dabei die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet. Die Entstehung dieser Route fällt in ihrem auch heute begangenen Verlauf in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts.
Ein Pilgerführer des 12. Jahrhunderts, der im Jakobsbuch (lat. Liber Sancti Jacobi), der Hauptquelle zur Jakobusverehrung im Hochmittelalter, enthalten ist, nennt für den französischen Raum vier weitere Wege, die sich im Umfeld der Pyrenäen zu einem Strang vereinigen. Nach der Wiederbelebung der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in den 1970er und 1980er Jahren wurde der spanische Hauptweg 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. 1998 erhielten auch die vier im Liber Sancti Jacobi beschriebenen französischen Wege diesen Titel. Zuvor schon hatte der Europarat im Jahre 1987 die Wege der Jakobspilger in ganz Europa zur europäischen Kulturroute erhoben und ihre Identifizierung empfohlen.
Ihr seht, Infos sind gut, doch sie liegen schwer im Magen.
Wir machen es mal kurz:
„Der Weg ist das Ziel“
Diese Alte Weisheit hielten wir am Anfang des Weges für nicht glaubwürdig. Es war uns zu einfach den Weg so zu beschreiben. Heute und ein paar Wochen später ist es uns klar geworden.
Es ist wie es ist.
Wir sind jetzt nicht die heiligen zwei Könige geworden, doch ich denke man lernt einiges über sich selber, wenn man den Weg geht. Seinen Weg. Doch nun zum Anfang:
Letzten Sommer 2008 hatten Anis und ich die Idee, eine Tour durch Spanien zu unternehmen. Der Jabobsweg sollte es sein.
Viel gehört und sicherlich auch einige große Erwartungen. Wir hatten gelesen, dass auch Comedy-Stars sich auf den Weg machten. Warum dann wir nicht auch. Zwei Flaschen unterwegs.
Wir wollten aber nicht in Hotels übernachten und bei Sonnenschein und vielen Pausen die Strecke hinter uns bringen. Wir suchten das Abenteuer und einen Partner der uns in unsere Sache unterstützt. Da ich Wirt bin und eine Hausbar für meine Gäste habe, die ALPENSTOFF-BAR heißt, war es klar, dass es nur eine Lösung für die Partnerschaft gab.
Die private Alpenbrauerei Bürgerbräu aus Bad Reichenhall.
Zusammen machten wir uns Gedanken über die mögliche Tour.
Ohne zu zögern, bot Herr Graschberger uns seine Hilfe an und versorgte uns mit der nötigen Ausrüstung von ALPENSTOFF:
Wanderstöcke – Stirnlampen- Multifunktionsjacken – und Anderes.
Es sollte sich am Ende der Reise herausstellen, dass es dies eine sehr gute Entscheidung war, und wir waren froh, solches Equipment dabei zu haben.
Nun war also das Equipment abgehakt.
Was nun noch fehlte war der richtige Zeitpunkt für die Herausfoderung in Spanien.
Wir legten unseren „Urlaub“ nun so, dass wir 3 Wochen Zeit hatten, von A nach B zu kommen und buchten einen Flug von München nach Pamplona und dann einen Flug von Santiago d.C. nach München zurück.
Alles klappte super gut und schon hatten wir einen Flug, die Ausrüstung und riesige Lust auf das Abenteuer. Der Termin rückte nun immer näher, während wir beide die ALPENSTOFF - Ausrüstung vorweg noch ein wenig ausprobierten.
Alles verlief sich dann, bis auf wenige Tag vorher und als
wir die kommenden Temperaturen für die Pyrenäen-Region hörten., bekamen wir kurzzeitig kalte Füße.
Doch dort stellte sich schon unser späteres Motto heraus:
„Schaun wir mal.....“
Der Tag vom Abschied der ALPENSTOFF-Bar und dem ALPENLAND kam und wir flogen mit je 9 kg Rucksackgepäck in den Winter nach Spanien.

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Vor Ort, in Pamplona wurden wir gebeten die Tour nicht in den Bergen anzufangen, wie geplant.
Das Wetter muss man halt so nehmen wie es ist und so starteten wir die Route direkt in Pamplona. Es war ein komisches Gefühl: 780 km liegen vor einem und wir wussten nicht, was uns erwartet, da wir extra nicht die Reiseberichte der Vorgänger gelesen hatten.
Es sollte sich herausstellen, dass es besser ist, sich auf den Augenblick zu konzentrienen, als vorher etwas zu planen.
Und so ging es um 5:00 Uhr morgens los. Pamplona bei Nacht.
Vorher noch einen ALPENSTOFF und dann los. Man weiß ja nicht was kommt.
Man muss sich erstmal daran gewöhnen, das man eigentlich auf einer „Schnitzeljagd“ ist.
Jeder kennt es noch von früheren Geburtstagen.
Einer rennt vor und macht die Pfeile mit Kreide auf die Straße.
So läuft es auch auf dem ganzen Camino.
Nur suchen wir jetzt gelbe Pfeile an Häusern, Bäumen, Steinen u.s.w.

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Es war nicht immer leicht, weil man ja auch manchmal seinen klaren Verstand einschalten möchte und denkt es gibt ja auch kürzere Wege. Doch man lernt mit der Zeit sich treiben zu lassen und es so zu nehmen wie es ist. Und so geht man seinen Weg. Am Anfang immer mit dem Ziel vor Augen. Man hat so viele Gedanken und man hat so viel Zeit, sich damit auseinander zu setzen.
Und man kommt auf erstaunliche Ergebnisse.
Aus Wasser mach Bier versuchten wir hier:

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Fremdgegangen sind wir auch :

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Irgendwann wurden wir dann auch größenwahnsinnig:

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So sah unser Mittagessen aus:
In Spanien sagt man auch Fish and Beer:
Bayern mitten in Spanien:
Schnee in Spanien:
Wir könnten nun jeden Tag genauestens beschreiben wie Herr Kerkeling in seinem Buch, doch das ist nicht unser Ziel.
Am Anfang hatten wir auch gedacht, dass wir einen Tagesbericht schreiben, was passiert ist, genau erzählen, was wir gegessen haben und was wir gedacht haben.
Doch der Weg verändert einiges in einem. Das merkte man dann auch am letzten Tag:
Kurz vor Schluss und Punkt null. Keine Spur von Freude gabs beim Erreichen des Ziels.
Das war ein komisches Gefühl! Nach 780 km zu Fuß und das Ziel erreicht und doch nicht angekommen.
Man kann es glauben oder nicht. Man denkt ein wenig klarer.
Logisch, auch heute trinke ich immer noch mein Bierchen (ALPENSTOFF), lasse es mir schmecken beim Essen und fluche immer noch.
Doch auch einige Monate nach der Reise sind wir immer noch auf dem Weg.
Wir brauchen keine Schnitzel mehr um den Weg zu finden.
Wir lassen uns leiten. Von wem, werdet ihr jetzt fragen?
Macht euren Camino und Ihr werdet es sehn.
Grüße auch an dieser Stelle an:
Ki-Chan aus Süd Korea
Elliot und Lucas aus Vancouver
Tatiana aus Baden-Baden
Danke Anis für die Tolle Zeit. Du bist mein Pilgerbruder!

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Buen Camino
David A.v.Aalstede
Anis Hachem
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